Natürlich ist das im Zuge eines verlorenen Krieges immer so, überall auf der Welt. Man darf in diesem Kontext auch eines nicht vergessen. Den Krieg hat Nazi-Deutschland begonnen und sich ebensolcher Verbrechen schuldig gemacht. Zahlreiche Bürger jüdischen Glaubens wurden ermordet, ihre Besitztümer in der Form von Kunstgegenständen enteignet, illegal verkauft oder in alle möglichen Museen verbracht. Zahlreiche Klagen auf Rückgabe sind heute erfolgreich.
Mit dem Einmarsch der Sowjets 1945 in den Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Brandenburg brach eine Katastrophe über diejenigen hinein, die hier Eigentum besaßen. Man beschuldigte alle Großgrundbesitzer per se des Nazismus. Sicher stellten adlige Familien einige führende Mitglieder des nazistischen Offizierskorps, aber eben nicht die Mehrheit. Wie hätte das auch gehen sollen? Die Länder, in denen 1945 zuerst die westlichen Alliierten einmarschierten, traf es zunächst weniger hart. Aufgrund der alliierten Vereinbarungen von Jalta rückten dann auch in den anderen Ländern/Provinzen der SBZ die Sowjets ein.
Nach ihrem Einmarsch plünderten die Sowjets die Güter, raubten unzählbare Kunstgegenstände, die sich heute in russischen Museen bzw. in deren Depots und Archiven wiederfinden. Nicht wenige Angehörige der deutschen Wehrmacht hatten, als sie einsehen mussten, dass der Krieg verloren war, Waffen und Munition in ehemaligen Gutshäusern hinterlassen, in der Regel ohne Wissen von deren Eigentümern. Aus Rache wurden damals, im Frühjahr 1945, schon viele Schlösser und Gutshäuser gesprengt bzw. abgerissen.
Dann kam die so genannte "demokratische Bodenreform". Gutsbesitzer wurden enteignet und ihrer Heimatorte verwiesen. Die Plünderungen setzten sich fort. Es gab damals unter den Gutsarbeitern auch anständige Menschen, die nicht nur auf das Plündern ausgerichtet waren. Viele von ihnen haben die Kunstgegenstände ihrer "Herrschaften" auch heimlich bei sich aufbewahrt.
Der SMAD-Befehl Nr. 209 aus dem Jahre 1947 legitimierte im Nachhinein die Zerstörung von Schlössern und Gutshäusern, die damals schon weit vorangeschritten war. Man gab im Text des Befehls vor, dass man das Abbruchmaterial zum Bau von "Neubauernhäusern" verwenden wolle. In Einzelfällen ist das auch geschehen. Es konnte sich aber auch nur um Einzelfälle handeln.
Die "Bodenreform" hatte eigentlich zwei auslösende Faktoren. Einmal fürchtete sich die sowjetische Besatzungsmacht davor, dass der „Militarismus“ auf den Gütern wieder erstarken könne. Die deutschen Kommunisten wollten sich mit der Ansiedlung von Neubauern eine politische Anhängerschaft auf dem Lande verschaffen, die sie bis dahin nicht hatte. Auch der These der heutigen LINKEN, dass die Bodenreform eine Maßnahme war, um "Umsiedlern" (= Ost-Flüchtlingen) Land zu verschaffen, ist eine mittlerweile wissenschaftlich widerlegte Lüge. Nur 20 % der enteigneten Flächen gelangten an diese, den "Rest" teilten sich die einheimischen Landwirte untereinander auf. Es darf auch eines nicht vergessen werden: Zahlreiche Gutsbesitzerfamilien waren gegen die Nazis, weil sich ihr Lebensbild auf das Leitbild des Christentums berief. Für sie waren die Nazis nichts anderes als Pöbel-Proleten. Übrigens: Als die große Zerstörungs- und Plünderungswelle vorüber war, besannen sich die neuen Machthaber auf das, was verloren gegangen war. In den damaligen „Volksbildungsministerien“ gab es durchaus engagierte Denkmalpfleger. Unter ihrer Ägide wurden im Rahmen so genannter „Schlossbergungsaktionen“ verbliebene Kulturgüter gerettet und diese an die verschiedensten Museen aufgeteilt. Sie befinden sich noch heute in deren Beständen.